Konfliktmanagement

21. Mai 2026 | Irene Gasper, IRENE GASPER GmbH

 

Konfliktmanagement bezeichnet den bewussten und strukturierten Umgang mit Konflikten in einer Organisation. Ziel ist es, Spannungen frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu bearbeiten, um Eskalationen sowie Folgekosten zu vermeiden.

Dass das Thema für die Arbeitswelt immer wichtiger wird, zeigt die Studie von Swica & WorkMed 2022 deutlich: 66 Prozent der untersuchten Krankschreibungen erfolgten aus psychischen Gründen. Bei 57 Prozent war ein Konflikt am Arbeitsplatz der Auslöser ;  95% dieser Fälle waren Vollzeit-Krankschreibungen, die durchschnittlich über 7 Monate dauerten. Die Konfliktkosten sind somit enorm hoch.

HR, gemeinsam mit dem Management, ist in der Verantwortung, das Konfliktmanagement auf die Agenda zu nehmen und im eigenen Betrieb zu etablieren. Nur so gelingt es, Konflikte zu enttabuisieren, Sicherheit im Umgang mit Konflikten zu vermitteln und die Konfliktkosten langfristig zu senken.

Ein funktionierendes Konfliktmanagement braucht ein klares Konzept, das mehrere Faktoren beinhaltet:

  1. Gemeinsame Haltung
    Konflikte werden als normaler Teil der Zusammenarbeit und als Lernchance verstanden und nicht unter den Teppich gekehrt.
  2. Rollenklarheit
    Es ist klar definiert, wer im Konflikt welche Verantwortung trägt: Mitarbeitende, Führungspersonen, HR, interne und externe Fachstellen. Üblicherweise hat das HR mehrere Aufgaben in der Konfliktbearbeitung: analysieren, beraten, befähigen, dokumentieren und vermitteln. Wichtig ist eine gewisse Abgrenzung: HR soll unterstützen, aber weder Führungskräften die Konfliktklärung noch den Beteiligten die Eigenverantwortung abnehmen. Auch bei der Vermittlung ist Vorsicht geboten: HR ist nicht immer neutral und wird auch nicht von allen so wahrgenommen.
  3. Prozess
    Es gibt einen verbindlichen Leitfaden zum Vorgehen in Konfliktfällen. Dieser gibt Orientierung, wann die Führung, das HR oder externe Experten beigezogen werden. Zudem unterstützt er das HR in der Konfliktanalyse, bei der Selbstklärung und im Vorgehen bei Konfliktgesprächen.
  4. Kompetenz
    HR braucht ein Grundverständnis von Konfliktdynamiken, Eskalation und rechtlichen Rahmenbedingungen. Idealerweise verfügen auch Führungspersonen Konfliktmanagement-Kompetenzen und sind in der professioneller Gesprächsführung ausgebildet.
  5. Transparenz
    Das beste Konfliktmanagement-Konzept bringt nichts, wenn es den Mitarbeitenden und Führungskräfte nicht präsent ist. Hier braucht es Zeit, Strukturen und Abläufe bekannt zu machen. In Form von Inputs, Workshops und gemeinsamer Reflexion. Gut investierte Zeit, wenn man die hohen Konfliktkosten bedenkt.
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