Mehr Freizeit – Mehr Unfälle

19. Februar 2026 | Michelle Baeriswyl, BFU Beratungsstelle für Unfallverhütung

 

Wer in der Schweiz lebt und arbeitet, verletzt sich eher bei einem Unfall in der Freizeit als bei der Arbeit. Jedes Jahr verunfallen mehr als 600 000 Arbeitnehmende beim Sport, im Strassenverkehr oder zu Hause. Die daraus resultierenden Absenzen verursachen den Unternehmen erhebliche Kosten und administrativen Mehraufwand.

 

Teilzeitarbeit, mehr Ferientage, weniger Sollarbeitszeit: Wir haben heute mehr Freizeit als noch vor 30 Jahren. Dazu gibt es immer mehr Möglichkeiten, diese aktiv zu gestalten: E-Bikes und E-Trottinette erleben seit ein paar Jahren einen Boom, Stand-up-Paddling lockt aufs Wasser – und Skifahren und Fussball sind ungebrochen beliebte Freizeitsportarten, die von vielen betrieben werden. Bei denen sich aber auch viele verletzen.

 

Warum sich Unfallprävention im Unternehmen lohnt

Es ereignen sich rund doppelt so viele Nichtberufsunfälle wie Berufsunfälle. Die Folgen können gravierend sein. Neben grossem Leid für die Betroffenen entstehen durch Nichtberufsunfälle jedes Jahr 12 Milliarden Franken materielle Kosten, die neben den Heilungskosten unter anderem Produktionsausfälle und Wiederbesetzungskosten enthalten. Den Unternehmen gehen rund 7,5 Millionen Arbeitstage verloren.

 

Jeder Unfall, der zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, hat Auswirkungen auf den Betrieb: Kolleginnen und Kollegen müssen Überstunden leisten, oder das Unternehmen muss sogar Ersatz einstellen und einarbeiten. Die Arbeit verzögert sich, Termine können nicht eingehalten werden, Lieferungen verspäten sich. Wenn die Situation länger dauert, kratzt sie gar an der Reputation des Unternehmens. Arbeitgebende sollten deshalb ein handfestes ökonomisches Interesse haben, zur Verhütung von Nichtberufsunfällen beizutragen.

 

Zudem zeigt sich ein Unternehmen, das sich um die Gesundheit der Mitarbeitenden kümmert, als verantwortungsvoll, fair und ethisch handelnd. Das ist die beste Werbung und mit Geld nicht aufzuwiegen.

 

Freizeitunfallverhütung im Unternehmen umsetzen

Am Arbeitsplatz kann ein Unternehmen von Mitarbeitenden verlangen, dass sie sich sicher ausrüsten und verhalten. In der Freizeit können Arbeitgebende sicheres Verhalten nur empfehlen. Unternehmen sind deshalb gefordert, gezielte Präventionsarbeit zu leisten und ihre Mitarbeitenden für mehr Sicherheit in der Freizeit zu sensibilisieren. Einmalige Massnahmen zeigen keine langfristige Wirkung. Die Themen müssen immer wieder angesprochen werden, sonst geraten sie in Vergessenheit. Unfallprävention ist eine Daueraufgabe.

 

Die Möglichkeiten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren, sind vielfältig:

  • Kadermitarbeitende sensibilisieren
  • Plakate aufhängen
  • Flyer und Broschüren auflegen
  • Tipps und Videos ins Intranet stellen
  • Themen in die wöchentliche Teamsitzung einbinden
  • Wettbewerbe mit attraktiven Preisen veranstalten
  • NBU-Themen ins Einführungsprogramm für neue Mitarbeitende aufnehmen
  • Workshops organisieren, in denen die Mitarbeitenden Prävention erleben können.
  • Auf Sicherheitsprodukte (Rauchmelder, Feuerlöschdecke, sichere Leitern usw.) hinweisen und sie mitfinanzieren
  • Nützliche Give-aways verteilen (Leuchtbänder, Zeckenkarte, Haushaltshandschuhe usw.)

 

Fazit

Freizeitunfälle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kosten die Unternehmen Geld und verursachen administrativen Aufwand. Durch gezielte, regelmässige und praxisnahe Prävention lassen sich die Ausfälle senken.

 

Einsatzmittel für Betriebe findest du unter: https://www.bfu.ch/de/dossiers/einsatzmittel

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